Was hält 2017 für Social-Media-Marketing bereit?

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Donnerstag, 23. Februar 2017

Einige Trends, die Sie für soziale Medien erwarten können und die 2017 enorme Auswirkungen haben dürften

Artikel 5 Minuten
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Obwohl sie erst etwas mehr als zehn Jahre alt sind, hatten die sozialen Medien einen enormen Einfluss darauf, wie Marken mit einer Zielgruppe interagieren. Die Fähigkeit, sofort mit Leuten in einem öffentlichen Forum interagieren zu können – beispielsweise auf einer Facebook-Seite – hat das Engagement massiv erhöht und Unternehmen sind viel besser in der Lage, ihr Image zu präsentieren.

Die sozialen Medien sind aber eine vergleichsweise junge und innovative Technologie und entwickeln sich deshalb ständig weiter. Facebook liegt dabei schon geraume Zeit ganz vorn, weil es sich an seine Zielgruppe angepasst und Funktionen entsprechend geändert hat. Andere Marken haben dasselbe gemacht und sich entweder weiterentwickelt oder sind eingebrochen.

Daraus ergibt sich eine interessante Herausforderung für Marketer, die Veränderungen der Branche im Auge behalten müssen, um soziale Medien so wirksam wie möglich einzusetzen. Hier sind deshalb einige der wichtigsten Branchentrends aufgeführt, die sich 2017 weiter durchsetzen werden:

Content mit Verfallsdatum

Traditionell haben Marken langlebige Inhalte erstellt, um mit ihren Zielgruppen zu interagieren. Content kann noch immer themenbezogen sein, aber Marketer fahren wesentlich besser, Meinungen oder Einsichten zu äußern, die nach einem Ereignis einige Wochen anhalten, als einfach über aktuelle Neuigkeiten zu berichten.

In den sozialen Medien zeichnet sich aber ein neuer Trend ab: Content mit Verfallsdatum. Snapchat verkörpert das am besten mit seinem Alleinstellungsmerkmal „Beiträge, die nur 10 Sekunden lang angeschaut werden können, bevor sie für immer verschwinden.“ Instagram hat seitdem diesen Trend aufgegriffen und „Instagram Stories“ eingeführt, um mit Snapchat zu konkurrieren.

Der Zuwachs an Live-Content hat ebenfalls dazu beigetragen. Periscope, der Live-Video-Service von Twitter, ist enorm populär. Mehr als 200 Millionen Videodirektübertragungen wurden auf der App erstellt. Addiert man die Dauer der Videos, die Nutzer täglich auf iOS und Android konsumieren, so kommt man auf 110 Jahre. Und all das für ein Produkt, das erst seit gut einem Jahr existiert.

Die Nutzung dieser Services ermöglicht es Marken, einmaligen Content anzubieten, der dann nicht erneut angeschaut werden kann und der Marketern ein leistungsstarkes Mittel in die Hand gibt: Dringlichkeit. Daten von Facebooks eigenem Live-Video-Service zeigen, dass Nutzer Live-Videos dreimal häufiger ansehen als reguläre Videos und zehnmal so viele Kommentare hinterlassen.

Derzeit ist Content mit Verfallsdatum eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich vom Lärm und dem Durcheinander der sozialen Medien abzuheben. Wenn ein Nutzer zwischen mehreren Inhalten wählen muss, ist es wahrscheinlicher, dass er sich für den Inhalt entscheidet, der nur kurze Zeit verfügbar ist. Content mit einem Verfallsdatum zu versehen ist eine großartige Gelegenheit, in sozialen Medien Aufsehen zu erregen.

Künstliche Intelligenz

Die wahre künstliche Intelligenz liegt zwar noch in weiter Ferne, aber Marketer können von einer vereinfachten Version profitieren, die die Interaktionen mit den Zielgruppen leichter und besser für alle Beteiligten machen kann. Wir sprechen hier von Chatbots.

In der Vergangenheit empfanden Nutzer sie als zu simpel und nervig. Man konnte leicht zwischen einer echten Person und einem einfachen Chatbot unterscheiden und war verärgert, wenn man feststellte, dass man mit einer Maschine sprach. Neue Fortschritte der Technologie haben sie aber für Marketer wesentlich effektiver gemacht.

Das ist besonders für den Kundenservice wichtig. Bisher war das die Aufgabe eines Callcenters, aber immer häufiger wird das Internet zur Kontaktaufnahme genutzt. Eine aktuelle Umfrage von Microsoft fand, dass fast ein Drittel (29 Prozent) der Verbraucher soziale Medien benutzt haben, um sich über den Kundenservice einer Marke zu beklagen. Unter den 18- bis 34-Jährigen steigt diese Zahl auf fast die Hälfte (47 Prozent).

Wenn Kunden mit einem Unternehmen Verbindung aufnehmen – vor allem über soziale Medien – wollen sie oft eine rasche Beantwortung ihrer Frage. Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, dass 42 Prozent der Befragten eine Antwort innerhalb einer Stunde erwarten, wenn sie über soziale Netzwerke mit einer Marke Kontakt aufnehmen.

Wenn Sie nicht schnell genug antworten, kann das dem Firmenimage schaden, aber ein Mitarbeiterteam zu haben, das Anfragen rund um die Uhr beantwortet, ist teuer und ineffizient. Ein guter Chatbot kann jedoch schnell Antworten auf häufige Probleme finden.

Chatbots können jetzt tausende von unterschiedlichen Fragevarianten erkennen, so dass Rechtschreibfehler oder unübliche Grammatik nicht länger ein Hindernis darstellen, um eine Antwort zu erhalten. Die Bots sind natürlich nicht perfekt, aber sie sind eine hervorragende Möglichkeit, die Kosten für Social Media Marketing zu senken und den Zielgruppen schnell Informationen zur Verfügung zu stellen.

Um das Ganze zu veranschaulichen, Facebooks kürzliche F8-Konferenz zeigte ein Beispiel.

Intensive Personalisierung

Facebook ist so riesig geworden, dass es sich etwas einfallen lassen musste, um das Nutzererlebnis zu verbessern. Das bedeutet, einen Algorithmus zu entwickeln, um den Nutzern Inhalte zuzuspielen, die diese als relevant erachten.

Leider wird es dadurch für Marketer schwerer, dass Content von einer Zielgruppe gesehen wird. Eine Studie unter 3.000 Herausgebern und Medienunternehmen zeigte, dass zwischen Februar und Juni 2016 die Anzahl der Personen, die die Beiträge dieser Unternehmen sahen, um 42 Prozent gesunken ist.

Das stellt Marketer vor eine interessante Herausforderung. Wie können Sie gewährleisten, dass Ihr Content eine Zielgruppe erreicht, wenn Facebook ihn den meisten Leuten einfach nicht zeigt? Der Algorithmus des sozialen Netzwerks berücksichtigt viele Faktoren, aber die meisten drehen sich um Personalisierung. Mit anderen Worten, wie ähnlich sind diese Inhalte Dingen, die dem Nutzer schon einmal gefallen haben?

Um die beste Chance zu haben, gesehen zu werden, muss eine Marke deshalb ein unglaublich detailliertes Bild seiner Zielgruppe haben. Das gibt Marketern die Möglichkeit, relevanten, gezielten Content zu produzieren, der die Leute anspricht, die sich am wahrscheinlichsten für die Marke interessieren werden und letztendlich konvertieren.

Dieses personenbezogene Marketing hat sich als wesentlich erfolgreicher erwiesen als breitangelegte Taktiken. Hubspot fand heraus, dass Marketing-Personas Websites zwischen zwei- bis fünfmal effektiver machen können und die Nutzung durch die Zielgruppe erleichtern.

Persona-Profiling und gezieltes Marketing sind natürlich nichts Neues. Im Laufe der Zeit werden sie in den sozialen Medien aber immer wichtiger werden aufgrund von Facebook und dessen Algorithmus, der immer komplexer wird. So wird Personalisierung 2017 zu einem unglaublich wichtigen Aspekt von Marketing.

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